An der BBS Wechloy wurde etwas gestartet, das mich sofort gepackt hat: In der sogenannten „Schnackbar“ üben Schüler:innen das freie Sprechen – mit einer VR-Brille und unterstützt von KI. Kein schnödes Pauken, sondern praxisnahes Ausprobieren in einem virtuellen Raum.
Und hier kommt der eigentliche Clou: Die KI analysiert die Sprache, gibt Rückmeldung zur Verständlichkeit, zur Sprechgeschwindigkeit, vielleicht sogar zur Körpersprache. Das heißt, man spricht nicht nur „ins Leere“, sondern bekommt ganz individuelles Feedback – so, wie es sonst vielleicht nur ein:e sehr gute:r Coach leisten kann.
Das Potenzial? Riesig. Gerade wenn es ums Sprechen vor Gruppen geht, Bewerbungsgespräche oder auch das Reaktivieren von Fremdsprachen, die man seit Jahren nicht genutzt hat. Wer kennt das nicht – man hat mal Englisch gelernt, sogar eine Prüfung bestanden, aber im echten Leben fehlt die Gelegenheit. Und dann ist sie irgendwann weg, die Sprache.
Und Bremen?
Was wäre, wenn wir diese Idee aufgreifen? In unseren Berufsschulen, Sprachkursen, oder der Weiterbildung? Stell dir vor, es gibt in der VHS, in der Umschulung oder beim Jobcenter einen Raum mit VR+KI – zum Üben, ganz ohne Leistungsdruck. Ein Raum, in dem man Fehler machen darf und daraus lernen kann.
Gibt es vielleicht schon Pilotprojekte in Bremen, die in eine ähnliche Richtung gehen? Wer arbeitet an solchen Lernwelten?
Ich bin sicher: Mit einem norddeutschen „Schnack“ fängt vieles an. Vielleicht auch bei uns.

